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Behauptungen und Tatsachen: Flüchtlinge, Teil 8
19.02.2007 - 03:20 von Webmaster


Behauptung

"Die arabischen Staaten haben die Palästinenser mit offenen Armen aufgenommen und alles getan, um ihnen eine neue Heimat zu geben."

Tatsache
Das einzige arabische Land, das die Palästinenser aufnahm und ihnen die Staatsbürgerschaft verlieh, war Jordanien (und Jordanien ist auch bis heute das einzige arabische Land, das den Palästinensern als Volksgruppe die Staatsbürgerschaft verleiht). König Abdullah betrachtete die palästinensischen Araber und die Jordanier von jeher als ein Volk. 1950 annektierte er die Westbank und untersagte die Verwendung der Bezeichnung Palästina in offiziellen Dokumenten.

Obwohl die demografischen Zahlen über Syrien genügend Spielraum für die Aufnahme von Zuwanderern ließen, wies Damaskus es entschieden von sich, die Ansiedlung von Palästinensern im eigenen Land auch nur in Betracht zu ziehen, es sei denn für diejenigen Flüchtlinge, die eine Repatriierung ausdrücklich ablehnten. Die Syrer weigerten sich denn auch, 85000 Flüchtlingen in den Jahren 1952 bis 1954 eine neue Heimat zu geben, obwohl internationale Fonds die Kosten für das Projekt tragen sollten. Auch der Irak, der ursprünglich eine größere Zahl Flüchtlinge aufnehmen sollte, lehnte ab. Der Libanon hatte nach eigenen Angaben keinen Platz für die Palästinenser. 1950 versuchten die Vereinten Nationen, 150000 Flüchtlinge aus Gaza im Libanon anzusiedeln, was jedoch wiederum von Ägypten vereitelt wurde.

Nach dem Krieg von 1948 kontrollierte Ägypten den Gazastreifen und bestimmte über seine über 200000 Einwohner. Es verwehrte jedoch Palästinensern die Einreise nach Ägypten oder in ein anderes Land. Außerdem wurden die Palästinenser in Gaza von der ägyptischen Besatzungsarmee so schlecht behandelt, dass der saudi-arabische Rundfunk Nassers Schreckensherrschaft in Gaza mit dem Hitlerregime in den besetzten Gebieten Europas im Zweiten Weltkrieg verglich.

1952 stellte die UNRWA einen Fonds in Höhe von 200 Millionen zur Verfügung, mit dem Wohnungen und Arbeitsplätze für Palästinenser geschaffen werden sollten, doch die Gelder wurden nicht in Anspruch genommen.

Die Behandlung der Flüchtlinge in den zehn Jahren nach ihrer Flucht wurde von Ralph Garroway, dem ehemaligen Direktor der UNRWA, im August 1958 mit folgenden Worten zusammengefasst: "Die arabischen Staaten wollen das Flüchtlingsproblem nicht lösen. Sie wollen die Wunde offen halten, als Affront für die Vereinten Nationen und als Waffe gegen Israel. Den arabischen Führern ist es dabei völlig egal, ob die Flüchtlinge leben oder sterben."

Daran hat sich auch in den folgenden Jahren nicht viel geändert. Die arabischen Staaten haben immer wieder Jobs, Wohnungen, Land und andere Vergünstigungen für Araber und Nicht-Araber angeboten - jedoch unter ausdrücklichem Ausschluss der Palästinenser. Saudi-Arabien zum Beispiel stellte keine arbeitslosen palästinensischen Flüchtlinge ein, um der Knappheit an Arbeitskräfte Ende der Siebziger- und Anfang der Achtzigerjahre abzuhelfen. Stattdessen wurden mehrere Tausend Südkoreaner und andere Asiaten ins Land geholt.
Nach dem Golfkrieg wurde die Lage noch schlimmer. Kuwait, das zwar viele Palästinenser beschäftigte, ihnen aber die Staatsbürgerschaft verweigerte, hat seither über 300000 von ihnen ausgewiesen. "Wenn jemand ein Sicherheitsrisiko darstellt, haben wir als souveräner Staat das Recht, ihn auszuweisen", sagte Saud Nasir Al-Sabah, der kuwaitische Botschafter bei den Vereinten Nationen (Jerusalem Report, 27. Juni 1991).

Bis heute haben die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon keinerlei Rechte, nur sehr begrenzt Zugang zum öffentlichen Gesundheitsdienst und kaum Ausbildungschancen. Die Mehrheit ist völlig von der UNRWA als einzigem Anbieter von sozialen Diensten und Ausbildungsmöglichkeiten abhängig. Da die Palästinenser als Ausländer gelten, ist ihnen die Ausübung von über 70 Berufen gesetzlich verboten.

Viele Palästinenser führten die Verbesserung ihrer Situation auf die Initiative der Vereinten Nationen zurück, doch über die Behandlung durch ihre arabischen Brüder waren die meisten tief gekränkt. Manche, wie zum Beispiel der Palästinenserführer Musa Alami, konnten es nicht fassen: "Es ist eine Schande, dass arabische Regierungen es arabischen Flüchtlingen verbieten, in ihren Ländern zu arbeiten, dass sie ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen und sie auch noch in Lagern internieren." Dennoch richtet sich der Hass der meisten Flüchtlinge nach wie vor gegen "die Zionisten", weil sie lieber ihnen die Schuld an ihrer Misere geben als den besiegten arabischen Armeen.

Quelle: Behauptungen und Tatsachen. Der arabisch-israelische Konflikt im Überblick, Mitchell G. Bard, Holzgerlingen 2002; http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/German/cover.html



Quelle: „Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin“ vom 23. Januar 2007


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