Behauptungen und Tatsachen: Jerusalem, Teil 6
20.02.2007 von Webmaster
Behauptung
"Die Pal�stinenser haben die arch�ologischen Sch�tze des Tempelbergs sorgf�ltig bewahrt."
Tatsache
Obwohl der Waqf die israelische Kontrolle �ber den Tempelberg nicht anerkannte, arbeitete er bei den auf dem Areal anfallenden Arbeiten lange Zeit mit israelischen Inspektoren zusammen. Nach den 1993 in Oslo getroffenen Vereinbarungen wurde das von Jordanien gelenkte Gremium jedoch mit Vertretern besetzt, die der pal�stinensischen Autonomiebeh�rde verpflichtet waren und Israel die Zusammenarbeit aufk�ndigten, nachdem es im Anschluss an Israels Entscheidung, einen bisher geschlossenen Ausgang des Westmauer-Tunnels zu �ffnen, zu Unruhen gekommen war.
Von da an durften die israelischen Inspektoren die Bauarbeiten auf dem Berg nicht mehr �berwachen, sodass h�chstwahrscheinlich unwiederbringliche arch�ologische Relikte aus der Zeit des Ersten und Zweiten Tempels vernichtet werden oder verloren gehen. Nach Aussage israelischer Arch�ologen wurden bei den umfangreichen Aushubarbeiten Tausende Tonnen Kies - der m�glicherweise wichtige arch�ologische Zeugnisse enthielt - vom Tempelberg fortgeschafft und auf Erddeponien entsorgt. Experten sind der Ansicht, dass eventuell doch noch auftauchende Artefakte, auch wenn sie nicht zerst�rt werden, f�r die Arch�ologie dennoch wertlos sind, weil die pal�stinensischen Arbeiter Funde aus unterschiedlichen Epochen vermischen, wenn sie die Erde mit ihren Bulldozern aufrei�en. (JTA, 12.2.01)
Angesichts der besonderen Tempelberg-Problematik und der ohnehin zwischen Israelis und Pal�stinensern bestehenden Spannungen in der Jerusalemfrage hat die israelische Regierung sich bislang nicht in die Aktivit�ten des Waqf eingemischt. W�hrenddessen geht der Ausverkauf der Vergangenheit weiter.
"Die zionistische Bewegung hat sich in den Kopf gesetzt, dass dies die St�tte sei, an der der Tempel Salomos stand. Doch das ist eine L�ge."
Sheik Raed Salah, ein F�hrer der islamischen Bewegung in Israel (JTA, 12.2.01).
Behauptung
"Mit dem Durchbruch des Westmauer-Tunnels bedrohte Israel die Unantastbarkeit des Tempelbergs und der Al-Aksa-Moschee und forderte eine Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat heraus."
Tatsache
Der ber�hmteste Teil der �berreste der Herodianischen Tempelanlage ist die traditionelle j�dische Gebetsst�tte, die Westmauer, die sich seit zweitausend Jahren frei an dieser Stelle erhebt. Die Eroberung der Altstadt im Sechs-Tage-Krieg er�ffnete die M�glichkeit, an der Fortsetzung der Westmauer nach Norden weitere Ausgrabungen vorzunehmen. So wurden in den Siebzigerjahren lange Abschnitte der S�dmauer des Tempels sowie die S�dwestecke freigelegt, sodass man allm�hlich eine umfassende Vorstellung von den gewaltigen St�tzmauern aus herodianischer Zeit und dem weitl�ufigen Komplex �ffentlicher Bauten erhielt.
Durch einen Tunnel k�nnen Fu�g�nger auf 2000 Jahre alten Pflastersteinen auf einem der �ltesten unterirdischen G�nge Jerusalems vom Platz vor der Westmauer bis zur Via Dolorosa gelangen. Jahrelang hielt Israel den Ausgang dieses Tunnels geschlossen, um die Pal�stinenser, die bereits durch die Ausgrabungen ver�rgert waren, nicht zu provozieren. Das zwang die Besucher des unterirdischen Ganges, den gleichen Weg, den sie gekommen waren, wieder zur�ckzugehen; dabei mussten sie sich aus Platzmangel manchmal seitlich an den Leuten vorbeidr�cken, die in die andere Richtung gingen.
Im September 1996 entschloss sich Ministerpr�sident Benjamin Netanyahu, den Ausgang zu �ffnen. Das geschah sp�t abends, um Ausschreitungen zu vermeiden; anderererseits erweckte es den Eindruck, als handle es sich um eine heimliche Aktion. Die Pal�stinenser (und Muslime) fassten die �ffnung denn auch als provozierenden Versto� gegen die Friedensvereinbarungen und Teil eines israelischen Entweihungsfeldzugs gegen islamische heilige St�tten auf. Es kam zu einem Aufstand.
Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete die Resolution 1093, nachdem der saudische Delegierte es beklagt hatte, dass Israel einen Tunnel "in unmittelbarer Nachbarschaft der Al-Aksa-Moschee" ge�ffnet habe. In Wirklichkeit ist der Tunnel eine arch�ologische St�tte, die �berhaupt nichts mit der Moschee zu tun hat. Die Wiederherstellung des Westmauer-Tunnels erfolgte im Zusammenhang der Bem�hungen Israels, bedeutende arch�ologische Fundst�tten in Jerusalem zug�nglich zu machen und die touristische Infrastruktur der Altstadt zu verbessern.
Der Tunnel wurde unter der Leitung von Arch�ologen und Ingenieuren durchgebrochen. Dabei wurden keine anderen arch�ologischen oder religi�sen St�tten besch�digt. Der Tunnel verl�uft nicht unter dem Tempelberg, und seine Wiederherstellung hat kein einziges Geb�ude in der Altstadt gef�hrdet. Es wurde kein Privatbesitz enteignet oder konfisziert, um das Projekt durchzuf�hren.
Auch das Interimsabkommen zwischen Israel und den Pal�stinensern wurde durch die Freilegung des Tunnel nicht verletzt, da arch�ologische Restaurierungsarbeiten in dem Dokument �berhaupt nicht ber�hrt werden.
Der Streit verlief schlie�lich im Sand, und heute kann der Tunnel von Touristen besichtigt werden. Durch die �ffnung des Ausgangs wurde der Zugang von der Westmauer zur Via Dolorosa erleichtert, was letztlich den H�ndlern im muslimischen Viertel zugute kommt, in dem der Tunnel endet.