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Behauptungen und Tatsachen: Israels Wurzeln, Teil 8
19.02.2007 - 20:08 von Webmaster




Behauptung
"Die Zionisten waren das kolonialistische Werkzeug des westlichen Imperialismus."

Tatsache
"Kolonialismus bedeutet leben auf Kosten anderer", schrieb Yehoshafat Harkabi. "Doch was könnte dem Kolonialismus ferner liegen als der Idealismus der städtischen Juden, deren höchstes Ziel es ist, Arbeiter und Bauern zu werden und von ihrer Hände Arbeit zu leben?"
Angesichts des allgegenwärtigen Widerstands gegen ihre Sache kamen die Zionisten ohnehin wohl kaum als imperialistisches Werkzeug in Frage, wie der britische Geschichtswissenschaftler Paul Johnson bemerkte. "Überall im Westen, in den Außenministerien, den Verteidigungsministerien und in der Wirtschaft lehnte man den Zionismus ab."
Auch Emir Faisal sah die zionistische Bewegung im Gegenteil als Gefährtin der arabischen nationalistischen Bewegung im gemeinsamen Kampf gegen den Imperialismus, wie er am 3. März 1919 in einem Brief an den Juraprofessor und späteren Richter am Bundesgerichtshof Felix Frankfurter schrieb. Einen Tag zuvor hatte Chaim Weizmann das Anliegen des Zionismus auf der Pariser Friedenskonferenz vorgetragen. In Faisals Brief heißt es:
"Die Araber, insbesondere die Gebildeten unter uns, sehen die zionistische Bewegung mit größter Sympathie ... Wir heißen die Juden von Herzen willkommen ... Wir arbeiten zusammen für einen besseren, erneuerten Nahen Osten. Unsere Bewegungen ergänzen einander. Die jüdische Bewegung ist nationalistisch, nicht imperialistisch, und in Syrien ist Raum für uns beide. Ja, ich bin sogar der Ansicht, dass keiner von uns ohne den anderen wirklich Erfolg haben kann."
In einem offenen Brief schrieb Martin Buber im Jahr 1939 an Mahatma Gandhi: "Unsere Siedler kamen nicht hierher wie die Kolonisten aus dem Okzident, die ihre Arbeit von den Einheimischen tun lassen; sie haben sich selbst vor den Pflug gespannt und ihre Kraft und ihr Blut gegeben, um das Land fruchtbar zu machen. Doch diese Fruchtbarkeit soll nicht nur uns selbst zugute kommen. Die jüdischen Siedler haben angefangen, ihre Brüder, die arabischen Bauern, zu lehren, wie sie das Land intensiver bestellen können; und wir wollen sie weiterhin lehren: zusammen mit ihnen wollen wir das Land kultivieren - ihm ›dienen‹, wie es im Hebräischen heißt. Je fruchtbarer dieser Boden wird, desto mehr Raum wird es für uns und für sie geben. Wir wollen sie nicht enteignen: Wir wollen mit ihnen zusammenleben. Wir wollen sie nicht beherrschen, wir wollen mit ihnen zusammen dienen ..."

Behauptung

"Die Briten versprachen den Arabern im Hussein-MacMahon-Briefwechsel Unabhängigkeit in Palästina."

Tatsache
Die zentrale Gestalt in der arabischen nationalistischen Bewegung zur Zeit des Ersten Weltkriegs war Hussein ibn'Ali, den das Türkische Komitee für Einheit und Fortschritt im Jahr 1908 zum Großscherifen ernannt hatte. Als Scherif trug Hussein die Verantwortung für die heiligen Stätten des Islam im Hedschas und galt folglich als einer der geistigen Führer der Muslime.
Im Juli 1915 informierte Hussein Sir Henry MacMahon, den britischen Hochkommissar in Ägypten in einem Schreiben über die Bedingungen einer arabischen Teilnahme am Krieg gegen die Türken.
In dem darauf folgenden Briefwechsel zwischen Hussein und MacMahon ging es um die Gebiete, die England den Arabern überlassen wollte. Bemerkenswerterweise ist im Hussein-MacMahon-Briefwechsel an keiner Stelle von Palästina die Rede. Die Briten behaupteten später, dies sei ganz bewusst geschehen, und rechtfertigten damit ihre Weigerung, den Arabern in Palästina nach dem Krieg Unabhängigkeit zu gewähren.
MacMahon selbst erklärte:
"Ich halte es für meine Pflicht, darauf hinzuweisen, und tue dies hiermit ausdrücklich und mit allem Nachdruck, dass ich bei meiner Zusage an König Hussein nie die Absicht hatte, Palästina mit in das Gebiet aufzunehmen, in dem den Arabern die Unabhängigkeit zugesichert wurde. Zudem hatte ich zum damaligen Zeitpunkt allen Grund zu glauben, dass König Hussein die Tatsache, dass Palästina in meiner Zusage nicht mit inbegriffen war, durchaus verstanden hatte."
Nichtsdestoweniger sind die palästinensischen Araber damals wie heute der Überzeugung, ihnen sei im bewussten Briefwechsel die Unabhängigkeit zugesagt worden.

Quelle: Behauptungen und Tatsachen. Der arabisch-israelische Konflikt im Überblick, Mitchell G. Bard, Holzgerlingen 2002; http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/German/cover.html



Quelle: „Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin“ vom 12. Februar 2007


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