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Behauptungen und Tatsachen: Flüchtlinge, Teil 3
19.02.2007 - 03:03 von Webmaster


Behauptung

"Die Juden tragen die Schuld am Flüchtlingsproblem, weil sie die Palästinenser vertrieben haben."


Tatsache
Hätten die Araber die UN-Teilungsresolution von 1947 angenommen, hätte nicht ein einziger Palästinenser zum Flüchtling werden müssen, sondern es gäbe jetzt einen unabhängigen arabischen Staat neben Israel. Die Verantwortung für das Flüchtlingsproblem liegt also allein bei den Arabern.
Der Beginn des arabischen Exodus kann auf die Wochen unmittelbar nach der Ankündigung der UN-Teilungsresolution datiert werden. Die Ersten, die das Land verließen, waren etwa 30000 wohlhabende Araber. Sie erkannten, dass es zum Krieg kommen würde, und flohen in benachbarte arabische Länder, um dort sein Ende abzuwarten. Weniger Wohlhabende aus jüdisch-arabischen Städten in Palästina zogen in rein arabische Städte und kamen dort bei Verwandten oder Freunden unter. Gegen Ende Januar 1948 hatte der Exodus dermaßen alarmierende Ausmaße angenommen, dass das Oberste Arabische Komitee Palästinas die arabischen Nachbarländer bat, den Flüchtlingen keine Visa mehr auszustellen und ihre Grenzen abzuriegeln.
Am 30. Januar 1948 war in Ash Sha'ab, einer Zeitung in Jaffa, zu lesen: "Die Vorhut unserer Fünften Kolonne besteht aus all denen, die ihre Häuser und Geschäfte im Stich lassen und an einen anderen Ort ziehen ... Beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten nehmen sie die Beine in die Hand, um nicht in den Kampf verwickelt zu werden."
As Sarih, ein anderes in Jaffa erscheinendes Blatt, entrüstete sich am 30. März 1948 über arabische Dorfbewohner in der Nähe von Tel Aviv, weil sie "Schande über uns alle bringen, ›indem sie die Dörfer verlassen‹".
Etwa zur gleichen Zeit berichtete Hajj Nimer el-Khatib, einer der führenden Männer des Arabischen Nationalkomitees in Haifa, von Misshandlungen durch arabische Soldaten an Einwohnern in Jaffa. "Sie plünderten Menschen und Häuser aus. Ein Menschenleben galt ihnen nichts, und sie beschmutzten die Ehre der Frauen. Aus diesem Grund haben viele [arabische] Einwohner die Stadt unter dem Schutz britischer Panzer verlassen."

John Bagot Glubb, der Oberbefehlshaber der Arabischen Legion Jordaniens, sagte: "Häufig wurden die Dörfer verlassen, noch bevor ihre Einwohner durch die Ausbreitung des Krieges bedroht waren."
Die in der damaligen Tagespresse erscheinenden Artikel über größere Kämpfe, bei denen viele Araber flohen, lassen bezeichnenderweise jegliche Hinweise auf Zwangsvertreibungen durch die jüdischen Streitkräfte vermissen. Von den Arabern heißt es in der Regel, dass sie "fliehen" oder "ihre Häuser räumen". Den Zionisten wird vorgeworfen, die arabischen Einwohner von Städten wie Tiberias und Haifa "vertrieben und enteignet" zu haben, doch die Wahrheit sieht völlig anders aus. Die beiden Städte lagen gemäß der Teilungsresolution innerhalb der Grenzen des jüdischen Staates und wurden von Juden und Arabern gleichermaßen heftig umkämpft.
Die jüdischen Streitkräfte eroberten Tiberias am 19. April 1948; danach wurde die gesamte arabische Bevölkerung von insgesamt 6000 Personen unter der Aufsicht des britischen Militärs evakuiert. Im Anschluss daran gab der jüdische Stadtrat folgende Erklärung ab: "Wir haben sie nicht enteignet; die Entscheidung zu gehen, lag allein bei ihnen ... ihr Eigentum darf nicht angetastet werden."
Anfang April verließen etwa 25000 Araber das Gebiet von Haifa. Anlass dafür waren eine Offensive irregulärer Truppen unter der Führung von Fawzi al-Qawukji sowie Gerüchte, dass die arabische Luftwaffe in Kürze die jüdischen Gebiete um den Berg Karmel bombardieren würde.
Am 23. April eroberte die Haganah Haifa. In einem britischen Polizeibericht vom 26. April aus Haifa hieß es, dass "die Juden alles daransetzen, die arabische Bevölkerung zum Bleiben zu bewegen, ihr normales Leben wieder aufzunehmen und ihre Läden und Geschäfte wieder zu öffnen. Es wird ihnen zugesichert, dass ihr Leben und ihre Interessen nicht angetastet werden." David Ben-Gurion hatte Golda Meir eigens nach Haifa entsandt, um die Araber zum Bleiben zu überreden. Sie hatte jedoch keinen Erfolg mit ihrer Mission, weil diese zu große Angst hatten, als Verräter an der arabischen Sache gebrandmarkt zu werden. Als der Kampf vorüber war, hatten über 50000 Palästinenser Haifa verlassen.
"Zehntausende von Arabern, Frauen und Kinder flohen in Richtung der östlichen Ausläufer der Stadt mit Autos, Lastwagen und zu Fuß in dem verzweifelten Versuch, arabisches Territorium zu erreichen, ehe die Juden die Rushmiya-Brücke nach Samarien und Nordpalästina einnahmen und sie abgeschnitten waren. Tausende erstürmten jedes verfügbare am Ufer liegende Schiff - sogar Ruderboote -, um übers Meer nach Akko zu fliehen." (New York Times, 23. April 1948)
In Tiberias und Haifa ordnete die Haganah an, dass arabisches Eigentum nicht angerührt werden durfte, und drohte bei jedem Verstoß gegen diese Anordnung schwere Strafen an. Trotz dieser Maßnahmen verließen die Araber bis auf einen Rest von 5000 oder 6000 Haifa - viele mit britischen Militärtransporten.

Der UN-Delegierte von Syrien, Faris el-Khouri, unterbrach eigens die UN-Debatte über Palästina. Er bezeichnete die Eroberung Haifas als "Massaker" und wertete sie als "einen weiteren Beleg dafür, dass das ›zionistische Programm‹ das Ziel verfolgt, die Araber im jüdischen Staat auszulöschen - falls die Teilung tatsächlich durchgesetzt wird".
Am folgenden Tag unterrichtete Sir Alexander Cadogan, der britische UN-Delegierte, die Delegierten jedoch davon, dass die Kämpfe in Haifa durch die fortgesetzten Angriffe von Arabern auf Juden provoziert worden seien und dass Schreckensmeldungen über Massaker und Deportationen nicht der Wahrheit entsprachen.
Am gleichen Tag (dem 23. April 1948) erklärte Jamal Husseini, der Vorsitzende des Obersten Palästinensischen Komitees, vor dem Sicherheitsrat, dass die Araber das Waffenstillstandsangebot der Haganah abgelehnt hätten und es "vorzogen, ihre Häuser und all ihr Hab und Gut aufzugeben und die Stadt zu verlassen".
Der amerikanische Generalkonsul in Haifa, Aubrey Lippincott, schrieb am 22. April 1948, dass dem Mufti hörige arabische Führer die arabische Bevölkerung aufforderten, die Stadt zu verlassen, und dass ein Großteil der Menschen dieser Aufforderung Folge leistete.

Ein Heeresbefehl vom 6. Juli 1948 enthielt die klare Anweisung, dass arabische Städte und Dörfer nicht zu zerstören oder niederzubrennen und die arabischen Einwohner nicht aus ihren Häusern zu vertreiben seien.
Zutreffend ist allerdings, dass die Haganah Mittel psychologischer Kriegsführung einsetzte, um die Araber zum Verlassen einiger Dörfer zu bewegen. Yigal Allon, der Kommandeur der Palmach (die "Stoßtruppen" der Haganah), sagte, er habe Juden mit den Arabern in den Nachbardörfern sprechen und ihnen erzählen lassen, eine große jüdische Streitmacht hielte sich in Galiläa auf, mit der Absicht, alle arabischen Dörfer im Gebiet des Hule-Sees niederzubrennen. Den Arabern wurde geraten, ihre Dörfer lieber zu verlassen, so lange noch Zeit dazu war, und laut Allon reagierten sich erwartungsgemäß.
Im allerdramatischsten Fall, der sich im Gebiet von Ramleh-Lod ereignete, zwangen israelische Truppen in dem Versuch, ihre Flanken zu schützen und den Druck auf das belagerte Jerusalem zu mildern, einen Teil der arabischen Bevölkerung, sich in ein einige Kilometer entferntes Gebiet zurückzuziehen, das von der Arabischen Legion besetzt war. "Die beiden Städte hatten als Stützpunkte für irreguläre arabische Einheiten gedient, die immer wieder jüdische Konvois und nahe gelegene Siedlungen angriffen und denen es gelungen war, die wichtigste Straße nach Jerusalem für den jüdischen Nachschub zu sperren."
Aus den Berichten über die Geschehnisse in den Städten mit den größten arabischen Bevölkerungsanteilen ging klar hervor, dass dieser Fall die Ausnahme und nur ein Bruchteil der palästinensischen Flüchtlinge davon betroffen war.

Quelle: Behauptungen und Tatsachen. Der arabisch-israelische Konflikt im Überblick, Mitchell G. Bard, Holzgerlingen 2002; http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/German/cover.html



Quelle: „Newsletter der Botschaft des Staates Israel - Berlin“ vom 16. Januar 2007


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